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GEMEINDEBRIEF 
April 2004

Grußwort 

    Ostern und damit auch Karfreitag steht vor der Tür und dieses Jahr wird trefflich über den Film „Die Passion Christi“ diskutiert. Zu sehr nach Hollywood sehe er aus, zu brutal sei er. Ich habe ihn noch nicht gesehen und will mir daher kein Urteil erlauben. Ich kann mich aber noch an eine Karfreitags-Predigt von Erich erinnern, die mir damals auch brutal vorkam. Und ich habe mich mit einer Kollegin aus Rüsselsheim darüber unterhalten, die mir erzählte, dass ihr mitten in diesem Film plötzlich bewusst wurde, wie sehr Gott uns Menschen geliebt hat, wenn er seinem Sohn solche Qualen zumutet – um uns zu erretten.

    Erstaunlich, dass uns dies ausgerechnet von einem Hollywoodfilm vor Augen geführt wird. Und schade, dass diese Botschaft untergeht in dieser Diskussion.

    Einen schönen April und frohe Ostern wünscht Euch

Lutz Vogt


TAG DES HERRN

Ostern ist nicht ein Tag wie jeder andere. Wir haben uns diesen Tag nicht selbst ausgedacht wie den 1.Mai. „Das ist der Tag, den der Herr gemacht...“.

Gott hat gehandelt. Darum feiern wir Ostern.

Am ersten Tag der Woche - sagen die Evangelien - begegnet der Auferstandene den Zeugen. Das ist der Ursprung des Sonntags. Vieles hat sich in der Geschichte der Christenheit geändert, aber das hat sich von Anfang an durchgehalten. Der Sonntag ist der Ostertag der Woche. „Darum kommen wir vor dein Angesicht und feiern in Gemeinschaft mit der ganzen Kirche den ersten Tag der Woche als den Tag, an dem Christus von den Toten erstanden ist.“

Das ist der Grund, warum uns Christen der Sonntag heilig ist. Er ist nicht irgendein freier Tag, den man nach Belieben in der Woche herumschieben kann.

Er steht bewusst am Anfang, vor allen anderen Tagen. Er ist das Vorzeichen vor dem Ganzen, der Notenschlüssel, der die Melodie erschließt, unsere Lebensmelodie. Sie ist für Christen durch Ostern gestimmt. Sie führt nicht nur rein biologisch vom Leben zum Tod, sondern vom Tod zum Leben, zu einem Leben, das dem Tod gewachsen ist.

Keine Melodie ohne Rhythmus. Der Sonntag bestimmt unseren Lebensrhythmus. Nach christlichem Verständnis beginnt die Woche mit dem Tag des Herrn, nicht mit der Arbeit. Längst bevor wir etwas leisten, sind wir. Wir leben nicht von unserer Leistung. Die überdauert uns letztlich nicht. Den Durchbruch durch den Teufelskreis des Todes schaffen wir nicht selbst. Das ist nicht unsere Erfindung, nicht die letzte Fortschrittstat von Wissenschaft oder Technik, sondern Gottes Tat.

Dafür steht Jesus Christus. Er verbürgt uns das Leben, das den Tod nicht fürchten muss.

Fast unbemerkt ist aus dem christlichen Sonntag als dem ersten Tag der Woche das „Wochenende“ geworden. Wir wünschen uns „ein schönes Wochenende“. Sie denken vielleicht: „Das ist doch egal, Sonntag oder Wochenende. Hauptsache der freie Tag!“ Ob das wirklich so egal ist? Der Unterschied ist größer , als mancher meint.

Am Wochenende sind wir am Ende. Wir ruhen uns aus und sammeln neue Kräfte, um fit zu bleiben. Gut und schön. Aber: Hat der freie Tag lediglich eine Entlastungsfunktion? Dann stünde er ja letztendlich im Dienst der Arbeit. Um betriebsfähig zu bleiben, erholen wir uns. Alles dreht sich um Arbeit und Verdienst, und das Wochenende wird der Arbeit und den Wirtschaftsinteressen untergeordnet. Immer alles rundum die Uhr.

Nein, sagt uns der Sonntag. Der „Tag des Herrn“ steht an erster Stelle.

Er ist der Schlüssel zum Leben. Wir leben nicht, um zu arbeiten, sondern wir arbeiten, um zu leben. Das ist ein Riesenunterschied. In einer Gesellschaft, in der Arbeit fast alles ist und den Sinn der eigenen Existenz bringen soll, durchkreuzt der Sonntag die Fiktion vom selbstgemachten Sinn. Er ist geradezu therapeutische Unterbrechung. Er lässt uns aufatmen, nicht nur von der Last der Arbeit, sondern von der Last des Lebens überhaupt. Wir müssen nicht den gnadenlosen Versuch unternehmen, uns selbst zu legitimieren.

Das hat Gott längst besorgt. Wir leben von seiner Gnade, sie ist unsere Rechtfertigung.

Wie zeigt sich das?

Zum Beispiel in einer neuen Sonntagskultur. Christen müssten da erfinderisch sein. Sie kommen ja vom Sonntag her. „Freizeit“ ist nur dann das, was das Wort besagt, wenn sie uns nicht nur die Freiheit von der Arbeit schenkt, sondern auch die Freiheit, zu uns selbst zu kommen und zu Gott.

Eine schöpferische Pause - vom Schöpfer her. Sie lässt uns aufatmen, sie schenkt uns das Gefühl fürs Leben, sie hilft uns, den eigenen Standort zu klären: Wovon und wofür lebe ich? Was ist mir heilig? Ist mir Gott heilig? Ist mir das Leben jedes Menschen heilig? Ist mir die Familie heilig? Es geht nicht darum, mehr zu erleben, sondern intensiver zu leben; sich nicht von Modewellen treiben zu lassen, sondern einen Standpunkt einzunehmen im Zeitgespräch.

Heilsame Unterbrechungen sind lebensnotwendig. Der Sonntags­gottes­dienst lädt dazu ein, die gängige Perspektive zu wechseln und das Leben mit den Augen des Evangeliums zu sehen. Man kann das nicht dem Zufall überlassen, oder von Lust und Laune abhängig machen. Wenn es sich im Leben niederschlagen soll, dann bedarf das der Beständigkeit und Treue. Nicht jeder Gottesdienst ist gut gestaltet. Nicht jeder Kuss ist der Kuss des Hochzeitstages. Aber wenn er einfach unterbliebe, weil man nicht mehr in Hochstimmung ist? Wenn die Liebe zur Beliebigkeit verkommt, dann ist's aus mit ihr.

So auch mit der Liebe zu Gott, mit der Einübung in den Blick Jesu.

Viele jammern heute über den Werteverfall. Ob sie sich selbst darum kümmern, dass Werte wachsen können? Man kann nicht den Verlust von Werten beklagen und ihnen zugleich den Nährboden entziehen. Der Sonntag hat's in sich. Er ist eine Ermutigung zum Leben - wie Ostern!

Bischof Dr. Franz Kamphaus/Limburg
gefunden im Internet von Lutz Vogt

 


Mitarbeiterversammlung  Mitarbeiterbesprechung 

    Bericht über die Mitarbeiterbesprechung vom 12.02.2004:

    Heiner liest Losung (Jesaja 48,20) und Lehrtext (Römer 3,24), dazu einen Kommentar, und betet zum Anfang.

    1. Termine
      Festlegung der Termin für den Monat März und nochmals der Hinweis auf die Gemeindeversammlung um 11:00 Uhr nach dem Gottesdienst am 7. März.

      Kurt Kerber soll nochmals angerufen werden zur Bestätigung seiner Termine im Februar und März. Erich Lotz junior soll angerufen werden wegen seiner Termine im April.
         
    2. Kanzeltausch
      Mit Sinsheim müssen wir Rücksprache halten wegen ihrer Besuchspredigt am 18. April.
         
    3. Abendmahl
      Das nächste Abendmahl wird am Karfreitag sein, danach ist eines im August geplant.

    Der Abend endet mit gemeinsamem Gebet.

    Christel Lotz


 

Einladung zum Abendmahl

Und indem sie aßen, nahm Jesus
das Brot, dankte und brach's und gab's ihnen und sprach: Nehmet, esset; das ist mein Leib.

Und nahm den Kelch, dankte und gab ihnen den; und sie tranken alle daraus. Und er sprach zu ihnen: Das ist mein Blut des neuen Testamentes, das für viele vergossen wird.

Markus 14, 22-24

Auch an diesem Karfreitag, den 09. April 2004, wollen wir im Rahmen des Gottesdienstes gemeinsam das Abendmahl miteinander feiern. Wir laden alle dazu herzlich ein!


Nachruf

Alles hat seine Zeit und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde:
geboren werden hat seine Zeit, sterben hat seine Zeit;
einpflanzen hat seine Zeit, ausreißen, was gepflanzt ist, hat seine Zeit.
Weinen hat seine Zeit, lachen hat seine Zeit.

Prediger 3,1.2.4a

Am 15.03.2004 starb Ulrich Lichti im Alter von 82 Jahren nach schwerer Krankheit. Die Trauerfeier fand unter der Leitung von Franz Esau am 17.03.2004 in unserer Kirche Branchweilerhof statt. Anschließend wurde Ulrich Lichti auf unserem Friedhof beigesetzt.

Der Familie möchten wir unser tief empfundenes Mitgefühl aussprechen.

 


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