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GEMEINDEBRIEF 
August 2001

Grußwort 

Auch der Monatsspruch vom August habe ich nicht einfach so abgetippt, wie das manchmal der Fall ist, wenn die Routine überwiegt und ich das Lesen vergesse: „Fällt euch Reichtum zu, so hängt euer Herz nicht daran".

Dieser Vers ist heute so aktuell wie vor 2000 Jahren. „Geld macht nicht glücklich, aber es beruhigt ungemein" ist der vorherrschende Wahlspruch, der gerne so oder in Abwandlungen zitiert wird. Wir rennen im Beruf für uns selbst oder für unsere Firma hinter noch mehr Gewinn und Umsatz her und privat darf’s ruhig auch ein bisschen mehr sein.

Natürlich sagt jeder, dass sein Herz ganz bestimmt nicht daran hängt. Aber wenn wir uns nicht stets das leisten können, was wir gerade im Sinn haben, klagen wir gerne unser Leid. Und auch im Kleinen merkt man oft: es fällt uns schwer, Geld wieder auszugeben oder gar an Arme zu verteilen.

Wie aber können wir den Spruch richtig leben und beherzigen, so dass das Herz ihn genauso verinnerlicht wie der Kopf es versteht? Die Antwort dazu muss jeder für sich selber finden. Aber die Frage muss sich jeder von uns aber immer wieder aufs Neue stellen.

Einen sonnigen August wünscht Euch

 

Lutz Vogt


 

Gib uns dein Wort

 

Herr, gib uns dein Wort,

wie du uns das täglich Brot gibst.

Gib es uns so, dass es uns verwandelt,

dass es uns nicht ärgert, wenn es uns trifft,

dass es uns nicht freut, wenn es andere trifft,

dass es mich nicht langweilt,

wenn du mit meinem Nächsten redetest,

und dass ich es nicht überhöre,

wenn du mit mir selber sprichst.

Gib es uns so, dass wir es nicht mehr vergessen,

wenn das Geschwätz und der Lärm wieder kommen,

dass es nicht erstickt wird,

wenn die Sorgen und die Ängste wieder kommen,

dass wir es nicht fahren lassen,

wenn es uns etwas kostet.

Lass uns nicht zimperlich sein,

sondern deinem zugriff stillhalten.

Denn ohne dein Wort verdorrt alles Leben.

Darum sprich mit uns,

wir wollen deine Knechte sein

und auf dich hören. Amen

.

Theo Brüggemann

gefunden im Neukirchener Kalender von Karin Kuppetz


Überraschungen der Grammatik!

Es ist schon interessant, wie sich Dinge verändern, wenn man ihnen auf den Grund geht. Es ist dir doch auch schon mal so gegangen, das du eine Bibelgeschichte gelesen hast und dachtest, du kennst sie. Doch als du es dann wirklich gelesen hast, stellst du fest, das es doch anders war, als du es in Erinnerung hattest. Mir ging das schon oft so. Denn vieles haben wir gehört, und das Gehörte angenommen. Und das ist ja auch gut so, denn der Glaube kommt aus dem hören (Römer 10,17). Doch es überrascht mich immer wieder, wie weit meine Erinnerung vom Biblischen weg ist.

Ein anderer Effekt ist, die Bibel einmal in einer ungewohnten Übersetzung zu lesen. Auch da geht es mir oft so, dass der Text ganz neu lebendig wird, da es nicht die gewohnte Wortwahl ist.

Ein sehr bekannter Text hat mich diese Woche in dieser Art überrascht. Ein Text den wir alle kennen, 100 mal gelesenen und die meisten von uns irgendwann auswendig gelernt haben, die 10 Gebote! Ich habe mich mit einem Freund im Auto über die 10 Gebote unterhalten und er ging davon aus, dass ich als Theologe mich da auskennen muss. Ich musste zugeben, dass ich mich noch nie tiefer damit auseinander gesetzt habe. Also habe ich mich jetzt einmal hingesetzt und habe mir eine bewusst ungewohnte Übersetzung vorgenommen, eine direkte Übersetzung. Diese Übersetzung kümmert sich nicht um deutschen, oder in meinem Fall englischen Satzbau, sie übersetzt einfach Wort für Wort was im hebräischen Text da steht. Und was da steht hat mich überrascht, oder vielmehr, was nicht da steht.

Das Schlüsselwort, das ich mit den Geboten verbinde, ist „du sollst" bzw. „du sollst nicht". Und das hat mein Verständnis der 10 Gebote geprägt. Es sind Gebote und Verbote. Das sollen drückt ja einen direkten Befehl aus. Einen Befehl, den ich ausführen muss. Was ich soll ist etwas, was in meiner Verantwortung steht, dass es passiert oder eben, im Fall von sollst nicht, vermieden wird. Es ist somit unsere Sache als Menschen, uns an diese Gebote zu halten.

Ich war überrascht, dass im Hebräischen, bzw. in der direkten Übersetzung, die ich gelesen habe, dieses „du sollst / nicht" überhaupt nicht auftaucht. Denn direkt übersetzt klingen die Gebote mehr wie ein Fakt. Denn da steht einfach „du hast keine anderen Götter neben mir, du tötest nicht, du stiehlst nicht, du begehst keinen Ehebruch usw."

Da klingt das ganze ganz anders. Da wird immer noch beschrieben, was Gott will, aber es klingt mehr wie eine natürliche Folge als eine harte Disziplin, die wir uns erarbeiten müssen. Da geht es auf einmal um Charaktereigenschaften, die Gott in seinem Volk wirken will, nicht mehr um einen Satz von Regeln, an die wir uns halten müssen.

Und auf einmal stehen wir nicht mehr im Mittelpunkt der Gebote, sondern Gott. Und auf einmal geht es nicht mehr um unser Bemühen, Gott zu gefallen, sondern um sein Handeln an uns. Und auf einmal ist mir der Druck genommen, nicht versagen zu dürfen und ich kann mich an seiner Gnade erfreuen.

Soll das jetzt heißen, wir können die 10 Gebote einfach ablegen?? Sie haben keine Bedeutung mehr, da das du sollst fehlt? Mitnichten würde Paulus sagen. Denn die Gebote zeigen uns doch den Willen Gottes und somit die Richtung, in die wir gehen sollen. Und wir sollten uns bemühen und alles mobilisieren, und uns disziplinieren, uns bemühen, Gottes Gebot zu halten. Doch unsere Hingabe wird wahre Herzensveränderung bringen. Und aus einem veränderten Herzen heraus werden wir die Gebote halten und darin unseren Vater im Himmel ehren. Also lasst uns lernen, in seiner Gnade, auch uns selbst gegenüber zu leben, nicht in unserer eigenen Leistung, und unsere Leiber hinzugeben, wie es in Römer 12 steht, und damit unsere Leben zu einem Gottesdienst werden zu lassen.

Erich Lotz junior


Mitarbeiterversammlung  Ergebnisse der Mitarbeiterbesprechung 

Auf der Mitarbeiterbesprechung, die kurzfristig auf den 04.07.2001 verlegt wurde, haben wir die folgenden Themen besprochen:

Heiner beginnt den Abend mit Luk.11- 28 u. Ps. 95, 7-8 u. Gebet.

1. Festlegung der Termine für August u. September.

Wir wollen Erich Lotz jun. anfragen, ob er einen Termin für uns im August hätte. Am 5. u. 22.08. wird Karin wahrscheinlich nicht zum Orgelspielen da sein. Wir wollen Elfriede Töws fragen, ob sie aushelfen kann.

2. Ausflug unserer Gemeinde mit dem Deutschhof

Diese Teilnahme soll nicht als Ersatz für unsere Einladung an den Deutschhof gedacht sein. Wir werden diese Einladung nachholen. Zu diesem Grillfest am 2.Sept. werden wir das Grillgut mitbringen. Axel u. Titin setzen sich mit den Geschwistern in Verbindung.

3. Kanzeltausch

Der Kanzeltausch mit der Gemeinde Bammental - Udo Adams hatte den Dienst übernommen - kam nicht zustande, weil die Gemeinde am 29.07. keinen Gottesdienst hatte.

4. Alphakurs

Gespräch über den geplanten Alphakurs. Wir wollen treu im Gebet für diese Arbeit stehen.

5. Jürgen Schowalter berichtet über die Delegierten Versammlung.

6. Vorschau

Gottesdienst (Erntedankfest) am 30.09., obwohl es der 5. Sonntag ist.

Am 28.10.2001 kein Gottesdienst bei uns, sondern Erntedank und Missionsfest in Sinsheim.

Christel Lotz


Wissenswertes über die Bibel

Die Bibel besteht aus 66 verschiedenen Büchern, die von
mindestens 39 verschiedenen Verfassern während eines
Zeitraums von ungefähr 1600 Jahren geschrieben
wurden. Die ältesten Schriften sind die
Grundbestandteile der Bücher Mose und etwas später das Buch Josua, die jüngsten Schriften das Evangelium und die Briefe des Johannes, sowie die Offenbarung.

Obwohl die Bücher der Bibel über einen sehr langen Zeitraum entstanden sind, bilden sie eine Einheit und sagen Wesentliches über Gott aus.

aus: „Die Bibel - das interessanteste Buch der Welt“


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