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GEMEINDEBRIEF 
Dezember 2002

Grußwort 

Dieses Jahr bin ich ein wenig hin- und hergerissen. Wie jedes Jahr freue ich mich auf Weihnachten, würde am liebsten schon den Baum schmücken und rieche förmlich den Duft von Weihnachtsgebäck.

Tags drauf habe ich Weihnachten völlig vergessen, weil so viel anderes wichtiger scheint. Langjährige Kollegen haben gekündigt, der Aktienkurs ist im Keller und wir organisieren wieder einmal um. In den Nachrichten sind die Ölpest vor Spanien und Portugal, ein neuer Anschlag mit elf Toten in Israel, Waldbrände in Kalifornien, die Kriegsgefahr im Irak und die lahmende Konjunktur die wichtigen Themen. Weihnachtszeit?

Die positiven Dinge fehlen, denken wir. Aber sie fehlen nicht, sie sind nur keine Nachricht wert. Wie oft sind wir selbst blind für die guten Dinge um uns herum, weil die schlechten Nachrichten scheinbar überhand nehmen.

Ruhe und genügend Zeit zur Besinnung, das wünsche ich mir für uns alle. Das Weihnachtsfest mit Kinderaugen sehen und über das große Wunder staunen, dass Gott seinen Sohn für uns auf die Erde gesandt hat. Ein Herz, das überfließen will, weil es ausgefüllt ist mit Liebe - für Gott und für den Nächsten. Weihnachten ist doch ein wunderbares Fest!

Einen schönen Dezember und frohe Weihnachten wünscht Euch

Lutz Vogt


Weihnachtsfrieden

 

O, stiller, besinnlicher Advent, engel.gif (1618 Byte)
in jedem Haus und Heim ein Lichtlein brennt.
Fromm feiern jung und alt
und jubeln: "Weihnachten ist bald!"

Voll Freude musizieren groß und klein
und stimmen dann in schöne Lieder ein.
Sanft klingen diese frommen Weisen in die Herzen
und am Adventkranz brennen bald vier Kerzen.

weihn1.jpg (4262 Byte)Christus kommt nun wieder,
auf die Erde zu uns Menschen hernieder.
Jedes Jahr dürfen wir dieses schöne Fest feiern
und damit unseren Glauben erneuern.

Göttliches Kind, bringe Licht in unser Leben,
nur du allein vermagst es zu geben.
Schenke uns wahren Weihnachtsfrieden
denn in der Welt ist er nicht mehr beschieden.

(Anna Freistätter)


Wo wird Weihnachten?

Wo wird Weihnachten? Die Antwort lautet: Weihnachten kann es nur in uns selber werden. Angelus Silesius, der schlesische Dichter und Mystiker, drückt es so aus:

„Wird Christus tausendmal zu Bethlehem geboren
Und nicht in dir, du bleibst noch ewiglich verloren."

Gott kommt in uns an; sein Geist vereint sich mit unserem Geist und entzündet ihn. Aus Dunkelheit wird Licht. So wiederholt sich der Anfang der Welt; denn auch das war eine Entzündung: Aus unergründlichen Dunkelheiten ins Licht gerufen entsteht die Welt. Licht ist die Urenergie der Schöpfung. Aus ihr heraus entfalten sich die Gestaltungen des Lebens; sie durchpulst das Weltall und alles, was ist. Das Wunder der Schöpfung aber wiederholt sich, wenn der Strahl der Ewigkeit in unsere Nacht fällt: Gott kommt im Menschen zur Welt; und „der Mensch" - das bist du, das bin ich.

Weihnachten, dieses Fest in dunkler Zeit, feiert eine Geburt, und es ist die Geburt des göttlichen Lichtes in der Welt, erkennbar in einem Kind. Das geschieht in unserer Seele - oder garnicht.

Halt an, wo laufst du hin? Der Himmel ist in dir!
Suchst du Gott anderswo, du fehlst ihn für und für."

Wie wird Weihnachten?: Weihnachten feiert die Ankunft des göttlichen Kindes. Ohne Jesus kein Fest. Jesus aber lebte in einem anderen Land, in einer anderen Zeit. Von dort ist Weihnachten zu uns gekommen; wir haben es nicht selbst gemacht, können es auch gar nicht. Weihnachten ist ein Besuch von fern her.

Und wann kam Jesus an? Wir denken gewöhnlich an die Geburt im Stall zu Bethlehem. Doch da war er bereits neun Monate in der Welt. Und das heißt: Im Leibe seiner Mutter. Die Ankunft des göttlichen Kindes beginnt in Nazareth und in Maria. In Bethlehem setzt sich diese Ankunft fort. Aus der Herberge im Leibe der Mutter wird die ärmliche Herberge von Krippe und Stall.

„Gottheit und Menschheit vereinen sich beide,
Schöpfer, wie kommst du uns Menschen so nah." (EG 66,1)

Zu Weihnachten feiern wir dieses Wunder. Millionen von Lichtern leuchten zu Ehren des Neugeborenen. Doch unsere Illuminationen an den Weihnachtsbäumen, in den Fenstern, auf den Straßen und Plätzen, in den Warenhäusern und Kirchen, sind nur schwacher Abglanz eines ganz anderen Lichtes. Dieser enorme Aufwand, den wir da betreiben, ist doch nur so etwas wie ein schwaches Echo auf jene ungeheuren Lichtenergien, die das Weltall durchglühen.

Licht ist ein zentrales Thema der Weihnachtsgeschichte.

Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht, und über denen, die da wohnen im finstern Lande, scheint es hell." (Jes.9,l)

Mit diesem hellen Schein bricht das göttliche Licht in die Dunkelheit der Welt ein. Es ist, als ob ein Vorhang zerreißt, und geblendet wenden wir uns ab; allzu lange haben wir im finstern Lande gesessen, haben uns an Dämmer und Zwielicht gewöhnt. Der immer gleiche Trott, die kleinen Freuden und die großen Enttäuschungen, - wie vergänglich sind Lust und Glück. Die Ausnahmen bestätigen um so schmerzlicher die Regel. Und dann ist es wie mit den Hirten der Weihnachtsgeschichte:

Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Herde. Und der Engel des Herrn trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr. Und der Engel sprach zu ihnen: ‘Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen.’ Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen..." (Lk. 2,8ff)

„Die Klarheit des Herrn umleuchtete sie" - überwältigt von Licht verlassen die Männer ihren Arbeitsplatz und eilend, so hören wir, besuchen sie eine Wöchnerin mit ihrem Baby. Kosmische Energien prallen auf die Seelen der Männer. Doch sie verbrennen nicht, werden offenbar aber entflammt - wie später die Jünger zu Pfingsten entflammt werden. Die Hirten brechen auf, um einen Säugling zu finden, der als Erwachsener von sich sagen wird: „Ich bin das Licht der Welt."

Dieses Licht tritt in einen Kampf ein mit den Mächten der Welt. Mit der Hinrichtung Jesu am Karfreitag scheinen sie gewonnen zu haben. Doch als die Frauen im Licht der Morgensonne an das Grab kommen, begegnen sie dem Auferstandenen; die Finsternisse des Todes haben ihn nicht halten können. Die Evangelisten erzählen es schon in den Weihnachtsgeschichten, so in der furchtbaren Geschichte vom Kindermord zu Bethlehem:

König Herodes und alle Mächtigen der Welt können dieses Licht nicht auslöschen. Die Flucht der kleinen Familie nach Ägypten, ins Exil, gelingt. Die kleine Flamme, das zarte Leben des Kindes wird gerettet. Das ist der Grund aller Hoffnung: daß es einen Weg gibt aus jeder Dunkelheit heraus. Daß ein Sieg möglich ist, auch gegen scheinbar übermächtige Kräfte und Gewalten. Es ist die Hoffnung der kleinen Leute, daß sie nicht von Gott und der Welt verlassen einem blinden Schicksal oder der Willkür der Mächtigen preisgegeben sind. Ihnen vor allem leuchtet das Licht.

Das wirkliche Wunder der Weihnacht ist aber dies: Nicht der Gesang der Engel und nicht das kosmische Licht sind das Entscheidende. Sondern ein neugeborenes Kind. Das Kind kannst du fassen; einen Engel nicht. Das Leuchten eines Kindes wärmt dein Herz; in den Energien des Kosmos würdest du verglühen. Doch diese unvorstellbaren Energien verwandeln sich in ein Kind - zart und verletzbar. Eben das geschieht, wenn der göttliche Geist unsere Herzen anrührt, wenn Zeit und Ewigkeit in einem Augenblick verschmelzen.

Berührt dich Gottes Geist mit seiner Wesenheit,
So wird in dir geborn das Kind der Ewigkeit.

Warum feiern wir denn eigentlich Weihnachten? In uns wohnt eine Sehnsucht nach Licht, eine Sehnsucht nach Gott. Es ist der Durst unserer Seele, den nur Gott selber stillen kann. Gott selber aber können wir nicht begegnen; wir würden verbrennen. Doch Jesus können wir begegnen; dieses Licht verbrennt uns nicht, sondern leuchtet auf den Weg.

In den Adventswochen haben wir uns auf den Weg gemacht. „Weihnachten" hieß das Ziel. Das kann etwas ganz Unterschiedliches sein: Die einen freuen sich auf ein Familienfest, - bilden nicht Maria, Josef und das Kind eine kleine Familie, unter widrigen Umständen und doch von Segen geleitet? - Andere suchen vielleicht die Stille und Besinnung und suchen dabei sich selbst, ihre Hoffnungen, ihren Glauben. Daß da wieder etwas aufleuchte; und dieses Leuchten empfängt seinen Schein vom Kind in der Krippe. Vielleicht weil in unserem Herzen ein Kind wohnt?

Wieder andere wenden sich sehr bewußt anderen Menschen zu, suchen die, denen sie eine Freude machen können in dunkler Zeit. Waren da nicht auch die Heiligen drei Könige mit ihren Geschenken, die sie in den armseligen Stall brachten? War da nicht ein Stern, der sie einen weiten Weg leitete und mit eigentlich wildfremden Menschen verband? Weihnachten ist das Fest der Menschlichkeit, ein Fest der Zuneigung.

Der Weg dorthin führt durch manche Dunkelheiten: All die Schmerzen und Ungerechtigkeit, die Nöte und Einsamkeiten, das Leid und die Gewalt. Doch der Weg führt zum Licht. Es ist der Weg, auf dem Jesus selbst uns vorangeht und geleitet:

„Ich bin das Licht der Welt," sagt er, „wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben." Amen.

Pfr. Dr. Wolfgang Herrmann
Amt für missionarische Dienste und Gemeindeaufbau

gefunden im Internet von Lutz Vogt


Mitarbeiterversammlung  Ergebnisse der Mitarbeiterbesprechung 

Bericht über die Mitarbeiterbesprechung vom 14.11.2002. Zu Beginn liest Heiner Psalm 109,31 und Lukas 6,20 und spricht ein Gebet.

1. Termine

Wir haben die Termine für Dezember festgelegt.

2. Delegiertenversammlung

Bericht von Udo über die Delegiertenversammlung. Thema: Abendmahl

3. Abendmahl

Gespräche über verschiedene Handhabungen des Abendmahls.

4. Predigtdienst im Kanzeltausch

Wer fährt zum Kanzeltausch am 6.4.2003 nach Pfullendorf? Vielleicht Axel.

Wir schließen mit gemeinsamen Gebet.

Christel Lotz


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