Mennonitengemeinde Branchweilerhof - Gemeindebrief Februar 2007

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GEMEINDEBRIEF 

Februar 2007

Grußwort 

Es war ein schwieriger Start in das Neue Jahr für uns, oder genauer für mich. Eine neue Arbeitsstelle in Darmstadt, das bedeutet rund zwei Stunden Fahrt jeden Tag, manchmal auch mehr, und zusätzlich längere Arbeitszeit jeden Tag. Gleichzeitig geht's am Haus wieder weiter, was uns natürlich freut, aber dazu führt, dass wir fast jeden Abend am Haus sind und die Fortschritte begutachten. An den Wochenenden war immer etwas zu tun und kaum Erholung in Sicht.

Zugegeben, ich habe schon Zeiten mit mehr Arbeit gehabt, aber immer im Bewusstsein, dass sie nicht von Dauer sind. Derzeit weiß ich, dass demnächst wahrscheinlich noch mehr zu tun ist als heute, und dass das eher so weiter geht und nicht weniger wird. Natürlich habe ich mich zwischenzeitlich gefragt, ob ich richtig gewählt habe.

Andererseits fängt die Arbeit langsam an, Spaß zu machen. Ich komme immer besser in meine Aufgaben hinein, entwickle einige Vorgaben weiter und bekomme mehr und mehr Kontakt mit den Kollegen. Es gilt also, sich durch die schwierige Anfangszeit durchzubeißen und darauf zu vertrauen, dass es bald besser wird. Eine vertraute Arbeit, nette Kollegen und vielleicht sogar weniger Verkehr unterwegs, wenn die Ferien anfangen - dann sieht die Arbeitswelt gleich viel freundlicher aus.
Manchmal ist es im Glauben genauso. Wir machen eine schwierige Zeit im Glauben durch, fühlen uns fern von Gott und fragen uns, ob wir noch alles richtig machen oder gemacht haben. Hier wie da hilft der Glaube und die Hoffnung - dass die Zeiten besser werden und es wieder leichter wird. Mit einem großen Unterschied: Bei der Arbeit liegt es allein an mir - ich muss lernen, mich dort wohl zu fühlen, muss an mir und an den Beziehungen mit den Kollegen arbeiten. All das muss ich im Glauben auch - aber da bin ich nie allein! Gott zieht uns immer wieder zu sich hin, wir müssen ihn nur lassen. Das ist ein gewaltiger Unterschied zu unserem Alltagsleben! 

Einen schönen Februar wünscht Euch

Lutz Vogt


Postkarten genügen nicht

In Oberstdorf begann unsere Bergtour mit einem sechsstündigen Aufstieg zur Rappenseehütte. Schon bald setzte Regen ein. Je höher wir stiegen, desto dichter wurde auch der Nebel.

In der Berghütte kauften wir Postkarten, die uns zeigten, wie schön die Aussicht sein kann, wenn kein Nebel ist. Unvergessen der nächste Morgen. Der Nebel war verschwunden, und wir sahen die Bergwelt vor uns im Glanz einer frühen Sonne.

Es ist bei der Person und dem Werk Jesu nicht anders. Die Kraft unserer Vorstellung allein reicht nicht aus, um uns ein Bild davon zu machen, wer Jesus für uns ist und was wir an ihm haben.

Die Nebel der Ablehnung und Feindschaft, aber auch der falschen Frömmigkeit oder falsch verstandener Gesetzlichkeit können uns vollständig die Sicht nehmen. Wir betrügen uns selber, wenn wir uns mit "Postkarten", mit Ansichten von Jesus begnügen. Die Wirklichkeit ist anders und schöner.

Deshalb sind wir eingeladen, der Wirklichkeit Jesu selber zu begegnen, der die Macht hat, unser Leben zu tragen und uns in seiner Liebe zu bergen.

Wir sollen selber sehen, dass es nichts Besseres gibt, als ihm zu gehören und ihm zu dienen.

Nach Marie-Aude Murail: Jesus
gefunden von Karin Kuppetz im Neukirchner Kalender


 
Mitarbeiterversammlung Mitarbeiterbesprechung

Bericht über die Mitarbeiterbesprechung vom 09.12.2006:

1. Termine
Wir haben die Termine für Februar festgelegt.

2. Gemeindefreizeit
Anfrage für Gemeindefreizeit im Mohnbachtahl (Tagungsstätte der Liebenzeller Mission) für April 2008, Heiner klärt dies.

3. Jesus House
Im Rahmen der Allianz findet für Jugendliche eine Evangelisationsveranstaltung vom 24.-28.04. statt: "Jesus house". Örtlichkeiten ggf. in der Gemeinde Gottes, das steht noch nicht fest. Anfrage: Wer hilft mit ?

4. Delegiertenversammlung
Jürgen berichtet über die Delegiertenversammlung in Backnang vom 13.01.2007.

5. Gemeindetag der AMG vom 17.-20.05.2007 in Karlsruhe
Am Gemeindetag ist die Gemeinde Deutschhof für die Cafeteria verantwortlich => mehr als 36 Kuchen werden benötigt.
Anfrage auch an unsere Gemeinde, ca. 6-7 Kuchen beizusteuern: wir sind der Meinung, dass wir da mitmachen. Jürgen macht das im Gottesdienst bekannt.
Abschlussgottesdienst des Gemeindetags ist am Sonntag, den 20.05.2007, da wollen auch wir als Gemeinde teilnehmen.

6. Kanzeltausch
Durch den Verband wird in 2007 kein Terminvorschlag zum Kanzeltausch angeboten. Dies sollte unter den Gemeinden eigenständig organisiert werden. Udo stimmt einen Vorschlag mit der Gemeinde Deutschhof ab.

Der Abend endet mit gemeinsamem Gebet.


Jürgen Schowalter


Einladung zur Jahreshauptversammlung

Die Jahreshauptversammlung der Gemeinde findet am 25. Februar 2007 im Anschluss an den Gottesdienst statt.

Der Vorstand hat folgende Tagesordnung für die Gemeindeversammlung beschlossen:

1. Jahresbericht

2. Kassenbericht

3. Bericht des Kassenprüfers

4. Entlastung von Vorstand und Rechner

5. Berichte aus den Arbeitsgruppen

6. Verschiedenes

Alle Gemeindeglieder sind herzlich eingeladen.


Täufer oder Wiedertäufer ?

Das war nicht die entscheidende, aber eine der ersten Fragen die wir uns in der vergangenen Lehreinheit gestellt haben. Wir kamen zu dem Ergebnis, dass die Mennoniten der "Täufer-Bewegung" angehören, der es nicht um eine zweite, sondern um die Taufe aufgrund des Bekenntnisses eines einzelnen Menschen zum Glauben an Jesus Christus geht. Diese so genannte "Glaubenstaufe" ist bis heute einer der zentralen Werte der Mennonitengemeinden innerhalb der Täuferbewegung geblieben.

Aber wie steht es um die anderen Werte, die im "Schleitheimer Bekenntnis" vom 24. Februar 1527 formuliert wurden und zumindest in den Anfängen der mennonitischen Geschichte Grundlage des Glaubens der Täufer waren?

Hierzu gehören das Verständnis von "dem Bann und der Gemeindezucht", dem Abendmahl, "der Absonderung", der Gemeindeleitung, dem Verhältnis zur weltlichen Obrigkeit ("das Schwert") und dem Eid. Um diese Punkte, warum sie den ersten Täufern so wichtig waren und warum sie noch heute für uns wichtig sind oder ihre Bedeutung verloren haben - darum soll es in den nächsten Lehreinheiten gehen.
Bevor wir uns mit den eigentlichen Artikeln des Bekenntnisses  auseinander gesetzt haben, wurde uns aber noch der Unterschied zwischen einer (Täufer-)"Bewegung" und verschiedenen "Gemeinde-Modellen" verdeutlicht.

Einer Bewegung liegen bestimmte gemeinsame Werte zu Grunde, die im Zentrum stehen und allen Beteiligten der Bewegung so wichtig sind, dass sie versuchen, diese Werte in ihrem Leben zu verwirklichen, ihr Leben danach auszurichten.

Dem stehen zwei gegensätzliche Gemeinde-Modelle gegenüber. Dem sog. "Fuzzy-Set" (fuzzy = verschwommen, diffus) gehören Menschen an, die ein gemeinsames Interesse haben - am ehesten den sonntäglichen Gottesdienst. Für diesen Gottesdienst wird zusammen geplant, vorbereitet und Aufgaben verteilt. Ansonsten geht aber jederseine eigenen Wege, wie man sein Leben gestaltet bleibt Privatsache
- es gibt wenige Vorgaben, man hat sehr viel Freiheit.

Ziemlich gegensätzlich sieht das "border-set" (border = Grenze) aus: hier gibt es klare Grenzen und Strukturen. Wer sich diesen (und der Gemeindeleitung) unterordnet, gehört zur Gemeinde dazu. Wer das nicht tut, bleibt draußen oder wird notfalls auch "hinausbefördert".

Wir (die Mitglieder und Freunde der Mennonitengemeinde Branchweilerhof) gehören zur weltweiten Täuferbewegung, der grundsätzlich die Werte des Schleitheimer Bekenntnisses zu grunde liegen. Aber haben diese Werte noch den gleichen Stellenwert wie vor knapp 500 Jahren für die Verfasser? Sind wir uns dessen bewusst, was für uns (persönlich und als Gemeinde) wichtig ist und was nicht?

Andererseits bin ich der festen Überzeugung, dass unsere örtliche Gemeinde (über Jahrzehnte und Jahrhunderte) auch ein "Modell" entwickelt hat - teils bewusst und teils unbewusst. Welches der beiden oben beschriebenen Modelle entspricht eher unserer jetzigen Situation? Und welches ist mir persönlich lieber? Ist das überhaupt wichtig?

Ich glaube, dass das Nachdenken über diese Fragen uns helfen könnte, uns über unsere (gemeinsamen?) Werte klarer zu werden und uns die Ziele, die wir verfolgen bewusst zu machen bzw. diese neu zu formulieren. Vielleicht hilft es sogar dem einen oder anderen zu erkennen, ob diese Gemeinde der Platz ist wo er/sie hingehört und erleichtert die Entscheidung für oder gegen eine Mitgliedschaft. Oder wir kommen zu dem Ergebnis, dass eine Mitgliedschaft unwichtig ist, solange die gemeinsamen Werte im Zentrum stehen?

Ich glaube es lohnt sich, dass wir uns als Gemeinde mit einigen dieser Fragen beschäftigen und dabei nicht vergessen zu fragen: Was möchtest Du, Gott, von uns?

Udo Adams

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