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GEMEINDEBRIEF 
Juli  1998
  

Grußwort 

Der Zähler auf unserer Internet-Homepage zeigt inzwischen 120 Besucher an. Da ich anfangs viel probieren mußte und Erich und ich zuweilen die Seite auch selbst besuchen, sind doch immerhin bisher ca. 70 fremde Menschen zu unserer Seite gekommen. Menschen, die auf der Suche nach irgend etwas waren, die es vielleicht nur interessiert hat, welche Gemeinde eine neue Seite veröffentlicht hat. Bei Erich kam auch schon elektronische Post an, in der sich Menschen nach unserer Gemeinde erkundigt haben.

Natürlich sind die Besucher in der Regel nicht aus dieser Region, manchmal nicht einmal aus Deutschland (genau kann ich es leider nicht sagen). Wenn sich Kontakte ergeben, dann eher nicht in der Art, daß jemand unseren Gottesdienst oder z.B. den Hauskreis besucht.

Aber ich freue mich, daß es Menschen gibt, die auch auf diesem Weg nach Gott suchen und daß Gott uns diese Möglichkeit gibt, mit anderen Menschen in aller Welt zu kommunizieren. Und wenn in all der Zeit, die der Gemeindebrief (hoffentlich) im Internet veröffentlicht wird, nur einer zu Gott findet oder ein tröstendes oder helfendes Wort erhält, war allein dies die Arbeit wert.

Einen sonnigen Juli wünscht Euch

Lutz Vogt


Keine Zeit, ein Heiliger zu sein?

Herr der Töpfe und Pfannen, ich habe keine Zeit, ein Heiliger zu sein und Dir zum Wohlgefallen in der Nacht zu wachen, auch kann ich nicht meditieren in der Morgendämmerung und im stürmischen Horizont.

Mache mich zu einem Heiligen, indem ich Mahlzeiten zubereite und Teller wasche.

Nimm an meine rauhen Hände, weil sie für Dich rauh geworden sind.

Kannst Du meinen Spüllappen als einen Geigenbogen gelten lassen, der himmlische Harmonie hervorbringt auf einer Pfanne? Sie ist so schwer zu reinigen und ach, so abscheulich.

Hörst Du, lieber Herr, die Musik, die ich meine?

Die Stunde des Gebetes ist vorbei, bis ich mein Geschirr vom Abendessen gespült habe, und dann bin ich sehr müde.

Wenn mein Herz noch am Morgen bei der Arbeit gesungen hat, ist es am Abend schon längst vor mir zu Bett gegangen.

Schenke mir, Herr, Dein unermüdliches Herz, daß es in mir arbeite statt des meinen.

Mein Morgengebet habe ich in die Nacht gesprochen zur Ehre Deines Namens.

Ich habe es im voraus gebetet für die Arbeit des morgigen Tages, die genau dieselbe sein wird wie heute.

Herr der Töpfe und Pfannen, bitte darf ich Dir anstatt gewonnener Seelen die Ermüdung anbieten, die mich ankommt beim Anblick von Kaffeesatz und angebrannten Gemüsetöpfen?

Erinnere mich an alles, was ich leicht vergesse; nicht nur um Treppen zu sparen, sondern, daß mein vollendet gedeckter Tisch ein Gebet werde. Obgleich ich Martha-Hände habe, hab' ich doch ein Maria-Gemüt, und wenn ich die schwarzen Schuhe putze, versuche ich, Herr, Deine Sandalen zu finden. Ich denke daran, wie sie auf Erden gewandelt sind, wenn ich den Boden schrubbe.

Herr, nimm meine Betrachtung an, weil ich keine Zeit habe für mehr.

Herr, mache Dein Aschenbrödel zu einer himmlischen Prinzessin;

erwärme die ganze Küche mit Deiner Liebe und erleuchte sie mit Deinem Frieden.

Vergib mir, daß ich mich absorge, und hilf mir, daß mein Murren aufhört.

Herr, der Du das Frühstück am See bereitest hast, vergib der Welt, die da sagt: "Was kann denn aus Nazareth Gutes kommen?"

Teresa von Avila zugeschrieben

gefunden im Internet von Lutz Vogt


Vater vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!"

Eines der größten Probleme für uns Christen ist es, daß wir in der Welt sind, aber nicht von der Welt. In Christus bewegen wir uns schon im Reich Gottes, wir sind neue Kreaturen vor Gott und unterstehen, wie Paulus es im Römerbrief beschreibt, nicht mehr dem Gesetz und den Regeln dieser Welt. Als Christen sind wir Bürger eines ewigen Reiches, das in der Geistlichen Welt um uns herum schon besteht.

Doch wir leben auch immer noch in der natürlichen Welt mit ihren Gesetzmäßigkeiten und Ansprüchen. Und zwischen diesen beiden Realitäten besteht doch eine ziemliche Spannung. Was die Bibel so sagt über ein neues Leben in Christus, klingt ja ganz gut, aber wie kann man das in einem Christus feindlichen Umfeld leben?

Nun, Jesus hatte das gleiche Problem, und ganz am Ende seines Leben in einem ganz kurzen Gebet gibt er uns einen kleinen Einblick, wie er leben konnte, wie er es tat.

Man sagt, daß sich in Extremsituationen der wahre Charakter des Menschen zeigt. In der Extremsituation zeigt sich, was wirklich in uns steckt, was unsere Grundlagen sind. Ich denke, eine Situation kann nicht viel extremer sein als die, als Jesus am Kreuz gehangen hat und für etwas hingerichtet wurde, das er nicht getan hatte. Und in dieser Situation betet Jesus für die, die ihn ans Kreuz geschlagen haben. Ich sehe in diesem Gebet drei Dinge, die auch uns helfen können, mehr wie Jesus zu leben.

1. Selbst am Kreuz dachte Jesus noch zuerst an die Menschen um ihn herum, und zwar nicht nur an seine Freunde. Die bedingungslose Liebe, die er gelebt hatte, war auch am Kreuz noch da. Und Liebe hat geheißen, den anderen vor die eigenen Bedürfnisse zu stellen, zuerst an den anderen zu denken. Wenn wir lernen, die Liebe zu leben, die Gott uns aufgetragen hat, dann werden wir anfangen, Menschen mit ganz anderen Augen zu sehen, mit den Augen Christi, und das Handeln nach dem Willen Jesu wird zur natürlichen Reaktion. Die Gesellschaft lehrt uns, daß wir für alles kämpfen, uns selbst verteidigen und ständig unseren eigenen Vorteil suchen müssen. Wenn wir lernen, unseren Nächsten zu lieben, wird das nicht mehr nötig sein.

2. Jesus kannte den Willen des Vaters. Er wußte, daß Gott der Vater alle Menschen liebt und daß er möchte, daß alle zur Erkenntnis der Wahrheit kommen, nämlich daß es nur einen Gott gibt und nur einen Mittler zwischen Gott und den Menschen, Jesus Christus (1. Tim. 2, 4-6). Und dieses Wissen um den Willen Gottes, der will, daß niemand verloren geht, treibt Jesus selbst am Kreuz noch in die Fürbitte.

Wir brauchen eine Grundlage für unsere Entscheidungen. Jesus machte den Willen des Vaters zu dieser Entscheidungsgrundlage. Wir haben alle möglichen Richtlinien, nach denen wir unsere Entscheidungen treffen, eigene Interessen, unsere Moralvorstellungen, Gruppenzwang, Rebellion gegen unsere Umfeld, unsere eigener Stolz usw., doch wenn wir anfangen, Gottes Wort ernst zu nehmen und die Frage nach dem Willen Gottes zur Grundlage unserer Entscheidungen zu machen, dann werden wir sehen, wie unser Leben mehr und mehr Christus widerspiegeln wird.

3. Jesus wußte, daß er etwas weiß, das die Leute, die ihn gekreuzigt haben, nicht wußten, darum betet er "... denn sie wissen nicht, was sie tun!" Jesus wußte, wer er war, daß seine Entscheidungen von Gott gesegnet waren, egal was die Leute um ihn herum sagten. Er wußte um den Vater, den er kannte, mit dem er eins war, und er wußte, daß das Handeln der anderen aus Ignoranz heraus kam. Deshalb hat Jesus sich gegen die Gesellschaft seiner Zeit stellen können. Denn er wußte, daß er den Vater kannte, und die anderen nicht.

Eins unserer Hauptprobleme als Christen ist, daß wir den Vater nicht kennen, und daß wir nicht überzeugt sind, daß die Bibel wahr ist und daß man Gott kennen kann. Dieser Zweifel an Gott und an uns selbst lähmt die praktische Umsetzung unseres Glaubens. Wir sind nicht überzeugt von der Tatsache, daß wir Bürger eines Reiches sind, das nicht von dieser Welt ist. Denn sonst würden auch wir die Gesellschaft um uns herum ansehen und nicht versuchen es ihr gleich zu tun oder sie ständig als Entschuldigung für unsere eigenes Versagen heran ziehen (das ist heutzutage doch gang und gäbe, das ist üblich so). Wir würden reagieren wir Jesus reagiert hat und für die Menschen um uns herum beten: "Vater vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun!" und wir würden unser eigenes Leben ansehen und anfangen zu beten: "Vater vergib mir, denn ich tue nicht, was ich weiß!"

  Erich Lotz junior 


  Ergebnisse der Mitarbeiterbesprechung 

Auf der Mitarbeiterbesprechung am 09.06.98 wurden folgende Themen besprochen:

1. Termine

Die Termine für den Juli wurden besprochen.

2. Gemeindefreizeit

Die letzten Vorbereitungen für die Gemeindefreizeit wurden getroffen. Einen Bericht dazu bringen wir in der nächsten Ausgabe.


Zwei Weise

Zwei Weise hatten viele Jahre miteinander gelebt, und nie hatte es zwischen ihnen einen Streit gegeben. Zu guter Letzt sagte der eine zum anderen: "Einmal wollen wir doch versuchen, uns genauso wie andere zu streiten."

Der andere entgegnete: "Aber wie geht das vor sich?" Darauf der eine: "Schau, hier lege ich einen Ziegelstein zwischen uns, und ich sage: Er gehört mir. Nein, mir gehört er, sagst Du. Und dann geht der Streit los."

Also legten sie einen Ziegelstein zwischen sich, und der eine sagte: "Er gehört mir". Der andere darauf: "Nein, mir gehört er." Darauf der eine: "Tatsächlich, ja, alles gehört Dir. Also nimm ihn. Ich brauche ihn nicht."

Und außerstande, miteinander in Streit zu geraten, entfernten sie sich.

Ihr müßt die Menschen lieben, wenn Ihr sie ändern wollt. Euer Einfluß reicht nur soweit wie die Liebe.

Pestalozzi

gefunden im Neukirchner Kalender von Karin Kuppetz


Blauer Himmel

Zwischen den Wolken ein Stück blauer Himmel.

Ein Sonnenstrahl, der durch die Wolken bricht,

zeigt mir, daß die Sonne noch da ist.

Manchmal ist der Himmel über mir blau.

Dann weiß ich: Jetzt ist alles gut!

Aber es gibt auch andere Zeiten:

Zeiten, wo alles in Nebel gehüllt ist;

nicht als grau

Es scheint unmöglich,

daß der Himmel jemals wieder blau sein kann.

Dennoch:

Auch wenn alles hoffnungslos erscheint,

wenn ich nur noch einen grauen Himmel

über mir erblicke -

über den Wolken ist der Himmel blau

Heidi Weber

gefunden im Neukirchner Kalender von Karin Kuppetz

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