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GEMEINDEBRIEF  Juni  1998  

Grußwort 

Wir waren um Christi Himmelfahrt herum über das verlängerte Wochenende in den Bergen und haben dabei natürlich auch verschiedene Ausflüge gemacht. In Österreich (und Bayern) gehört es sich, daß jeder jeden bei der Wanderung grüßt und auch die Feriengäste gewöhnen sich schnell das "Grüß Gott" an, das dort üblich ist.

Einmal sprach uns jemand an, ob wir ihn den schon getroffen hätten. Erst wußten wir nicht, wen er meinte, denn wir hatten die beiden schon des öfteren überholt und einige Scherzworte miteinander gewechselt. Natürlich meinte er aber, ob wir denn Gott schon getroffen hätten, weil wir doch dauernd "Grüß Gott" sagen. Ich war viel zu perplex, um ihm schlagfertig zu antworten, was mich hinterher ein wenig geärgert hat.

Auf diese Fragen gibt es einige gute Antworten, nur einfallen wollte mir so schnell keine. Eine gute Antwort fällt mir gerade beim Schreiben ein: "nein, getroffen habe ich ihn noch nicht, aber heute schon mit ihm gesprochen". Natürlich hat man bei so einer flüchtigen Begegnung keine Gelegenheit, eine tiefgreifende theologische Diskussion anzufangen, und ich wäre auch kaum geeignet, sie zu führen. Aber eine Antwort, die den Gegenüber zum Nachdenken anregt - die hätte ich mir gewünscht.

Inzwischen kenne ich eine gute Antwort und hoffe, sie beim nächsten Mal noch parat zu haben. Denn in die Berge wollen wir immer mal wieder fahren und das "Grüß Gott" wird uns dort immer wieder begegnen. Und vielleicht auch jemand, den ich mit dieser Antwort ein wenig zum Nachdenken anregen kann.

Ein frohes Pfingstfest und einen schönen Juni wünscht Euch

Lutz Vogt

P.S.: "Grüß Gott" kommt von dem alten "Gott grüße Dich", nach Luther bedeutet dies "Gott sei Dir freundlich". Die früher gebräuchliche Antwort war übrigens "Gott dank".


Gedanken zu Pfingsten 

Als aber Paulus auf sie zu Athen wartete, ergrimmte sein Geist in ihm, da er sah die Stadt voller Götzenbilder. (...). Paulus aber stand mitten auf dem Areopag und sprach: (...) Ich bin umhergegangen und habe gesehen eure Heiligtümer und fand einen Altar, darauf war geschrieben: >Dem unbekannten Gott<. Nun verkündige ich euch, was ihr unwissend verehrt".

Als unbekannten Gott könnte man heute auch den Heiligen Geist bezeichnen, der im Glaubensleben der Christen oft stiefmütterlich behandelt wird.

Der Heilige Geist als unbekannter Gott, das ist ein widersinniger Gedanke. Aber: ist er wirklich so abwegig? Gott Vater, das ist der, der die Welt erschaffen und das Volk Israel durch seine Geschichte begleitet hat. Gott Sohn, das ist Jesus, der Mensch geworden ist und uns durch seinen Tod und seine Auferstehung erlöst hat. Wie aber und als was stelle ich mir den Heiligen Geist vor? Möglicherweise ist das die Schwierigkeit, die den Heiligen Geist so oft zum "unbekannten Gott" macht.

Zeit, mit diesem blinden Fleck bei uns aufzuräumen. Müssen wir wirklich in die Ferne schweifen, um den Heiligen Geist zu suchen? Sind wir nicht alle einmal "begeistert" gewesen am Tag der Taufe? Der Heilige Geist ist die "Wirkmacht" Gottes, aber weder ein Automatismus noch ein Zwangsmechanismus. Er will eingeladen sein in unser Leben. So mag dieses Pfingstfest die Gelegenheit sein, einmal wieder das Gebet um die Gaben des Heiligen Geistes aufleben zu lassen.

Es ist sicher gut, sich darauf zu besinnen: ich bin als Getaufter in die Gemeinde Christi eingefügt. ER wartet darauf, daß ich diesen Platz fülle. Die Kraft dazu kommt aus dem Heiligen Geist.

Wo immer einer anfängt, seine Gaben in den Dienst des nächsten zu stellen, da wirkt der Heilige Geist. Er ist nicht fern von uns, er muß uns nicht fremd bleiben, er muß kein "unbekannter Gott" sein. Berufen wir uns nicht nur auf ihn, sondern erbeten wir ihn für uns und für alle.

nach dem Grußwort zum Juni-Gemeindebrief von St. Josef/St. Bernhard


Der Weinstock und die Rebe 

Ich werde dieses Wochenende auf der Hochzeit eines Freundes predigen, der Winzermeister ist. Was könnte da außer Joh. 15,5 als Predigttext in Frage kommen? Ich bin der Weinstock, sagt da Jesus, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt, und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun!

Ich fühlte mich etwas ungeeignet, um diesen Text auszulegen, denn ich habe vom Weinbau keine Ahnung, also habe ich mich zur Vorbereitung einige Stunden in den Wingert gestellt und habe Reben angebunden. Dabei sind mir einige Dinge aufgefallen.

1. Die Reben waren beschnitten. Im Winter geht der Winzer in seinen Weinberg und beschneidet seine Reben. Das ist das Reinigen, von dem Jesus in Joh. 15,1 spricht. Das tut er, damit die Reben, die stehen bleiben, mehr Frucht bringen. Reben, die man frei wuchern läßt, verschwenden all ihre Energie darauf, mehr auszutreiben, selbst zu wachsen und vergessen dabei, daß sie eigentlich Frucht bringen sollen. Diese Reben sind dann zwar toll anzusehen, aber es hängen nur spärlich Trauben daran.

2. Die Reben werden angebunden. Die Reben, die stehen bleiben, werden nach unten gebogen und an einen Draht festgebunden, der durch die Reihen gezogen ist. Das gibt dem Wachstum eine Richtung.

3. Wenn eine Rebe abbricht, dann vertrocknet sie und stirbt. Der Weinstock überlebt.

Jesus hat oft Beispiele aus der Landwirtschaft gebraucht, um geistliche Dinge zu erklären. Auch das Gleichnis vom Weinstock und den Reben hat eine tiefe geistliche Bedeutung für uns.

Jesus ist der Weinstock, wir sind die Reben und Gott der Vater, der Weingärtner, behandelt uns wie Reben. Nun sind wir aber Reben mit einem Willen, die die Möglichkeit haben, sich bearbeiten zu lassen, oder nicht. Es ist unsere Entscheidung, ob wir am Weinstock bleiben oder nicht. Doch Gott möchte an uns arbeiten, damit wir Reben werden, die Frucht bringen. Das erste, das Gott tut, ist, daß er uns beschneidet. Und wie der Winzer die Reben im Winter auf ein Minimum zusammen schneidet, damit sie in Frühjahr ganz neu austreiben, so schneidet Gott auch uns auf ein Minimum zurück, damit wir in seiner Kraft ganz neu austreiben. Dieses Beschneiden sieht so aus, daß die alte Rebe, die im Vorjahr noch Frucht gebracht wird, zurückgeschnitten wird, damit sie neu wächst. Wenn wir Frucht bringen wollen, als einzelne oder als Gemeinde, müssen wir zulassen, daß Gott die alten Reben, die letztes Jahr noch gut waren, abschneidet und nur ganz wenig davon stehen läßt. Das ist kein allzu schöner Prozeß und es tut weh, beschnitten und zurecht gestutzt zu werden, doch nur aus diesem Prozeß heraus werden wir fruchtbar sein.

Und wenn die Reben dann anfangen, neu auszutreiben werden sie angebunden. Diese nach unten gebogenen Reben sind ein Zeichen der Demut und des Gehorsams, zwei der grundlegenden Dinge im Reich Gottes. Gott möchte, daß wir wachsen, aber nicht für uns selbst, sondern in ihm. Deshalb gibt er unserem Wachstum eine Richtung. Doch wir werden dabei gebeugt und angebunden. Doch was gibt es Besseres, als die Hand unsere Himmlischen Vaters zu spüren, wie sie auf uns liegt und unserem Leben eine Richtung gibt? Es ist im Prinzip nur unsere Stolz, der sich dagegen wehrt und durch diesen Widerstand praktisch nichts anderes sagt als: "Jesus, ich weiß besser als du, welche Richtung gut für mein Leben ist!" Eine Rebe, die sich nicht anbinden läßt, wird vom Winzer abgeschnitten, denn sie wird nur das Wachstum und die Frucht der anderen Reben beeinträchtigen. Wir müssen lernen, uns vor Gott zu demütigen und uns von Ihm formen zu lassen.

All das klingt ziemlich hart, aber es ist die Grundlage dafür, daß wir, die Reben, im Weinstock bleiben und er in uns. Und dann werden wir auch viel Frucht bringen.

  Erich Lotz junior 


  Ergebnisse der Mitarbeiterbesprechung 

Auf der Mitarbeiterbesprechung am 12.05.98 wurden folgende Themen besprochen:

1. Termine

Die Termine für den Juni wurden besprochen.

2. Gemeindefreizeit

Die Gemeindefreizeit vom 26. bis 28. Juni auf dem Thomashof rückt näher! Axel erstellt eine Anmeldungsliste, in der sich jede(r) Interessierte bitte eintragen soll, damit wir uns beim Thomashof konkret anmelden können. Natürlich könnt Ihr Euch auch telefonisch oder persönlich bei Axel und Titin melden, die die Koordination der Gemeindefreizeit diesmal übernehmen.

3. Gemeinderaum

Erneut wurden Gespräche über die Möglichkeiten, an einen Gemeinderaum zu kommen, geführt.


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