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GEMEINDEBRIEF 
Oktober 2001

Grußwort 

Mitten in unserem Urlaub kam die Nachricht von dem Anschlag in den USA. Es fällt schwer, nach diesen Bildern zur Tagesordnung überzugehen, auch die lockere Urlaubsstimmung war natürlich getrübt.

Erich hat seine Ausarbeitung unter den Titel „Wo ist Jesus" gestellt. Ich denke, dass nicht nur die Angehörigen der Opfer sich diese Frage im Moment oft stellen. Die Überlegung, dass Gott hätte eingreifen müssen, greift aber zu kurz. Das Thema bietet sicher Stoff für lange Abhandlungen, aber zwei Gedanken sind mir spontan dabei gekommen:

Der eine ist, dass wie so oft Menschen diese Katastrophe ausgelöst haben, nicht Gott. Menschen, die in ihrer religiösen Verblendung glauben, dass die Verbreitung ihres Glaubens alle Mittel, auch den Tod unschuldiger Menschen, rechtfertigt, selbst wenn „normale" gläubige Moslems dies strikt ablehnen.

Der zweite ist, dass wir erst viele Jahre später sehen werden, ob oder eigentlich wie Gott auch diese Katastrophe für seine Zwecke nutzen kann. Die Menschen in New York und nicht nur dort rücken näher zusammen, helfen sich gegenseitig. Viele Nationen, auch denen man das nie zugetraut hätte, erklären sich solidarisch gegen den Terror.

Die Bibel ist voll von Beispielen, wie Gott aus einem Unglück Gutes schaffen kann. Damit das auch in diesem Fall gelingt, ist jeder von uns gefragt!

Einen schönen Oktober wünscht Euch

Lutz Vogt


Vergeben ist nicht leicht

Vergeben ist eine freie Tat und vielleicht deshalb oft so schwer. Im Hinblick auf Schuld und Vergebung verhält sich unser Zeitempfinden sehr merkwürdig und unterschiedlich. Habe ich selbst etwas verkehrt gemacht, heißt es leicht: „Aber das ist doch schon so langer her." Ist aber jemand an mir schuldig geworden, dann kann das schon dreißig Jahre zurückliegen, und trotzdem gilt: „Ich weiß es noch genau, als ob es gestern war."

Kennen Sie die Geschichte vom Bären und der Schnecke? Eines Tages gerät die Schnecke in die Höhle des Bären. „Guten Tag!" - „Was willst du hier? Verschwinde, oder ich werde dir Beine machen", knurrt der Bär und wirt sie in hohem Bogen aus der Höhle. Nach zwei Jahren gleitet die Schnecke langsam in die Höhle, baut sich vor dem Bären auf und faucht ihn an: „Sag mal, was war das da eigentlich gestern?"

Mancher schafft es schnell zu vergeben, mancher im Schneckentempo, mancher gar nicht. Die Verletzung sitzt so tief, und der innere Zwang, Recht zu behalten gegen den anderen, ist so stark.

Unser Herz aber braucht Vergebung, und Jesus mutet sie uns zu.

Hannelore Risch: „Vergeben hilft leben“ gefunden im Neukirchener Kalender von Karin Kuppetz


Wo ist Jesus??

Jesus war sehr wahrscheinlich eine der beeindruckendsten Persönlichkeiten, die je gelebt hat. Er hatte in seiner Zeit schon den Status eines Superstars. Immer wieder sehen wir, dass die Menschen sich um ihn scharen. Es war ja schon toll, was er so alles getan hat. Er hat geheilt. Er hat den Menschen zu essen gegeben. Er hatte immer einen guten Rat und hat immer geholfen. Es ist also nicht verwunderlich, dass viele Menschen die Frage gestellt haben: „Wo ist Jesus?"

Einige haben sich schon etwas einfallen lassen, um Jesus zu begegnen. Zachäus zum Beispiel stieg auf einen Baum, nur um Jesus zu sehen. Ein paar Freunde gingen so weit, das Dach eines Hauses ab zu decken, um einen Freund zu Jesus zu bringen. Es gab Menschen, die Jesus um den ganzen See Genezareth herum gefolgt sind, und das zu Fuß. Man könnte diese Liste weiter führen, was Menschen getan haben, um Jesus zu begegnen.

Nun, über die Jahrhunderte hinweg hat sich einiges nicht geändert. Menschen suchen immer noch Jesus. Und sie fragen immer noch: „Wo ist Jesus?" Doch der Ton in der Frage hat sich geändert. Es geht nicht mehr darum, was Jesus tut, sondern eher darum, was er nicht tut. Denn oft passiert doch das nicht, was wir so erwarten.

Ah ja, wenn ich mir das so überlege, sehe ich, dass das noch so etwas ist, was sich nicht geändert hat. Jesus hat auch schon damals, zu biblischen Zeiten, nicht das getan, was man von ihm erwartet hat. Insbesondere hat er sich standhaft geweigert, der Messias zu sein, der politische Erlöser, der die Römer vertreibt, den das Volk erwartete. Und er handelte sich mächtig Ärger damit ein.

Auch heute sind aus dem gleichen Grund viele nicht gut auf Gott und Jesus zu sprechen, er entspricht einfach nicht unseren Vorstellungen und tut einfach nicht das, was wir so erwarten.

Da bleibt immer noch die Frage: „Wo ist Jesus?" Und wie können wir ihm begegnen? Denn auch das hat sich nicht geändert, das Bedürfnis, Jesus zu begegnen.

Nun, vielleicht haben wir in der Begegnung mit Jesus einen falschen Ansatz. Denn wenn wir ehrlich sind, beruht unsere Enttäuschung mit Jesus darauf, dass er nicht für uns tut, was wir möchten. Drehen wir den Spieß doch mal um. Vielleicht begegnen wir Jesus ja in dem, was wir für ihn tun können.

In Matthäus 25, ab Vers 31 beschreibt Jesus das Weltgericht. Und da unterscheidet Jesus zwischen Schafen und Böcken. Was mich berührt, war nicht so sehr das Gericht, sondern die Basis, auf der Jesus sein Urteil fällt. In beiden Fällen, bei den Schafen und bei den Böcken geht es darum, den Hungrigen zu essen und den Durstigen zu trinken zu geben, die Fremden zu beherbergen, die Kranken zu besuchen und zu den Gefangenen zu gehen. Die einen tun es, die anderen nicht. Der Schlüssel, der in dieser Stelle zu der Begegnung mit Jesus ist, ist der, dass Jesus sich mit all diesen bedürftigen Menschen identifiziert. Er sagt, dass was wir einem dieser geringen Brüder getan haben, das haben wir ihm getan.

Wenn wir diese Stelle betrachten, dann ist Jesus manchmal gar nicht so weit weg. Denn wenn wir uns oft die Frage stellen: „Wo ist Jesus?", dann ist die Antwort eigentlich ganz klar.

Wir begegnen Jesus in den Bedürfnissen unserer Nächsten!

Erich Lotz junior


Mitarbeiterversammlung  Ergebnisse der Mitarbeiterbesprechung 

Bericht über die Mitarbeiterbesprechung vom 13.09.2001:

  • Heiner eröffnet die Besprechung mit Ps.38-2 und Gebet.
  • Rückblick auf den Gemeindeausflug mit der Gemeinde Deutschhof: Alle waren sich einig, dass der Ausflug einfach beglückend war und sehr gut organisiert (jeder hatte was davon).
     
  • Vom am 04.09.01 begonnen Alpha-Kurs wird sehr positiv berichtet.
     
  • Wir erhielten eine Anfrage der Gemeinde Messkirch, ob wir am 18.11.01 den Predigtdienst in ihrer Gemeinde wahrnehmen. Gem. Predigtplan ist unsere Gemeinde für den Dienst in Bammental und Kochendorf vorgesehen. Darüber hinaus sind für uns keine Dienste eingeplant. Sicher war die Missionsgemeinde mit der Anfrage gemeint.
     
  • Am 30.09.01, bei der Taufe von Anne Hartenhauer, übernimmt Udo die Leitung des Gottesdienstes, Franz Esau die Predigt und Taufe.

    Christel Lotz

 


Gebetsanliegen von Doris

Doris Lotz schreibt aus dem Tschad ein Gebetsanliegen: Sie haben zwei kleine Kinder, die sehr krank sind, Christiane und Ousman. Bei beiden wissen Doris und Carmen nicht mehr, wie sie ihnen helfen können. Die Situation belastet sie sehr.

Betet für die beiden Kinder, dass der Herr ihnen hilft, und betet um Kraft für Doris und Carmen!


Der Alpha-Kurs

Als Jürgen das erste mal vom Alpha-Kurs der Gemeinde Zweibrücken erzählte, wusste keiner von uns so genau, was darunter zu verstehen ist. Eigentlich ist es ein Glaubensgrundkurs, und darüber sind wir doch längst hinaus. Oder?

Inzwischen kennen wir die ersten vier Lektionen und wissen, dass der Kurs spannend ist. Außer dem Hauskreis sind noch drei weitere Teilnehmerinnen dabei, und uns alle beschäftigen die Fragen, die wir diskutieren. Glaube gilt es immer wieder neu zu erfahren und längst bekannte Tatsachen erscheinen in neuem Licht oder werden einfach wieder neu bewusst gemacht.

Bitte tragt den Alpha-Kurs im Gebet, damit alle Teilnehmer neue Erkenntnisse daraus gewinnen können!


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